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Wahlversprechen


Alfred Gusenbauer ist gestorben und kommt direkt in den Himmel. Am Eingang trifft er den Erzengel Gabriel. Gabriel spricht Gusi an und sagt zu ihm: „Ich habe mich mit Gott beraten. Wir werden dir die Wahl geben: Du wirst je einen Tag in der Hölle und im Paradies verbringen. Am dritten Tag mußt du eine Entscheidung treffen, wo du bleiben möchtest.“

In der Hölle angekommen, sieht Gusenbauer alle seine alten Freunde. Sie begrüßen ihn euphorisch, spielen Golf und geniesen das Schwimmbad. Im Restaurant essen und trinken die Leute, hören Musik, das Glücksspiel floriert und auch der Teufel sitzt dabei und lacht mit. Am Abend gibt es Tansveranstaltungen, kurz: man amüsiert sich prächtig.

Am nächsten Tag begleitet Gabriel Gusenbauer hinauf ins Paradies. Dort sieht er die Leute auf weißen Wolken sitzen, Musik ertönt leise von irgendwoher, alles ist ruhig und gemütlich und ereignislos.

Am dritten Tag stellt Gabriel die Frage an Gusi: „Nun, Alfred, Hast Du Dich jetzt nach reiflicher Überlegung entschlossen?“ Alfred Gusenbauer antwortet voll Überzeugung: „Ja, natürlich. Aber obwohl es im Paradies recht angenehm ist, will ich doch in die Hölle, denn da tut sich mehr und alle meine Freunde sind auch schon dort.“

Also nimmt Gabriel ihn wieder mit nach unten und kaum klopft er an die Tür, da wird Alfred schon von groben Händen hineingezogen. Erschrocken sieht er eine Wüstenlandschaft, glühend heiß und voller stinkendem Abfall. Seine Freunde tragen zerrissene Kleidung, sammeln den Mist ein und machen überhaupt keinen glücklichen Eindruck mehr. Der Teufel persönlich kommt, gibt ihm eine Plastiktüte und sagt ihm, er solle sich seinen Freunden anschließen und den Abfall einsammeln.

Am Boden zerstört ruft Alfred Gusenbauer: „Ja, aber was ist mit dem Golfplatz, mit dem Restaurant, mit dem Glücksspiel und der tollen Musik passiert?“ Darauf antwortet der Teufel mit einem satanischen Grinsen: „Alfred, alter Junge. Du kennst die Regeln doch schon lange genug! Gestern, das war vor der Wahl – und heute, das ist nach der Wahl!“